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Meine Biographie | |
Bitte, tragen sie sich doch in meinem ein!
| Geändert am 14.01.08 |
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Willkommen auf meiner Website!mein Name ist Werner Schulz geboren am 28.04.1942 in Stettin. Ich wohne in Schleswig-Holstein an der schönen Ostsee,
bin verheiratet und habe keine Kinder (glaube ich, jedenfalls hat sich
bei mir noch keines gemeldet).
Aber dafür hatte ich einen Bernersennehund. Der machte mir sehr viel Freude. Leider musste ich meinen besten Freund am 06.11.2006 Einschläfern lassen. Er fehlt mir sehr. Mein beruflicher Werdegang: Mit vierzehn Jahre aus der Schule mit Abschluss und gleich zur Seemannsschule nach Lübeck. Anschließend drei Jahre auf verschiedenen Schiffen den Beruf erlernt. Habe dann in Bremen auf dem Schulschiff "Deutschland" meine Matrosenprüfung gemacht. Dreizehn Jahre bin ich auf Frachtschiffen und Öltankern rund um die Welt zur See gefahren. Nach der Seefahrtszeit drei Jahre als Fernfahrer in ganz Europa. Anschließend habe ich auf einer großen deutschen Werft angefangen und bin dort fünfundzwanzig Jahre beschäftigt gewesen. Auch dort bin ich oft mit verschiedenen Neubauten auf Probefahrt gegangen. Außerdem war ich dort zwölf Jahre Mitglied des Betriebsrates. Leider musste ich aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aufhören und befinde mich jetzt im Ruhestand. Meine Hobbys: Ich habe aber noch einige Nebentätigkeiten z.B bin ich ehrenamtlichter Richter und engagiere mich noch aktiv in der IG-Metall. Die meiste Zeit verbringe ich allerdings in dem Forum Winhelpline. Das ist für mich die beste Beschäftigung. Und mein Bernersennehund forderte natürlich auch sein Recht. Gassigehen und Toben
war sein größtes Hobby. Dazu noch ein Nachruf: "Das dir der Hund das liebste sei, sagst du, oh
Mensch, sei Sünde. Hier ein paar Erfahrungsberichte, die ich während meiner Seefahrtszeit erlebt habe. Meine erste Reise: Wie heißt es in dem Lied von Freddi, "Mit vierzehn Jahren fing er als Schiffsjunge an". Und genau das traf auf mich zu. Mutter hatte den Twistbüddel (Seesack) gepackt, natürlich viel zu voll. Junge sollte ja alles haben und nichts vermissen. Ich war unterdessen zur Heuerstelle gegangen und habe auch prompt eine Heuer erhalten. Mein erste Schiff war ein Kümo (Küstenmotorschiff) mit dem schönen Namen M/S "Turmfalke" Heimathafen Emden, eintausend Bruttoregistertonnen groß mit dem Fahrtgebiet Nord und Ostsee. Zwei Tage später sollte es dann losgehen. Um 20:00 Uhr lief das Schiff in die Schleuse in Kiel ein. Mutter brachte mich natürlich an Bord. Ich konnte ja auch den Seesack gar nicht alleine tragen. Und dann kam die erste Begegnung mit dem Bootsmann. Ich hatte mir immer einen Seemann vorgestellt, der Pfeife rauchend und so richtig cool an Bord geht. Mein Vater war leitender Ingenieur und fuhr schon lange zur See. Er hatte mir viel von der Seefahrt erzählt. Erwähnt hat er allerdings nicht, das für Schiffsjungen andere Maßstäbe galten. Das es nicht so ist, das erlebte ich direkt am eigenen Körper, besser gesagt an der Backe. Mein erster Kontakt mit dem Bootsmann war eine Backpfeife. Ich hatte mir nämlich eine Tabakpfeife angesteckt und kam dann qualmend an Bord. Die Pfeife ging gleich baden. Ich wollte gleich wieder umdrehen, aber dazu war es schon zu spät. Das Schiff hatte die Leinen losgemacht und wir fuhren in den Nord-Ostsee-Kanal ein. Acht Stunden später gingen wir durch die Schleuse Brunsbüttel und fuhren in die Nordsee Richtung London. Mein erster Arbeitstag an Bord begann so, wie es mit allen Schiffsjungen beginnt: Kartoffeln schälen und Backschaft machen. Das war natürlich nicht nach meiner Schnauze. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Kein Flagge dippen und keiner außer dem Bootsmann natürlich, war angetreten, um mich mit allen Ehren zu begrüßen. Am zweiten Tag der Reise kam schlechtes Wetter auf. Windstärke 7-8 aus NW. Ich hab gedacht, ich müsste sterben, so Seekrank bin ich gewesen. Und dann kam das Heimweh dazu. Ich hab mir gedacht, so kann das nicht weitergehen. Erstens passte mir das Schiff nicht weil viel zu klein, zweitens die Arbeit in der Kombüse und drittens die Seekrankheit. Auch das ich nicht Rauchen durfte, passte mir überhaupt nicht. Und ich hatte einen Plan. Ich brach mit lautem Gejammer in der Kombüse zusammen und machte einen auf Blindarmentzündung. Der Kapitän schickt mich in die Koje. Weil mein "Zustand" sich nicht besserte, alarmierte er über Seefunk einen Arzt. Drei Meilen vor der Themsemündung kam mit dem Lotsenboot der Arzt an Bord. Der kam in meine Kabine und hat mich abgetastet. Auf seine Frage, wo die Schmerzen denn Sitzen, zeigte ich auch noch zu allem Überfluss die verkehrte Seite. Der Doktor zwinkerte mit dem Auge und veranlasste, das ich mit auf dem Lotsenboot an Land und in eine Klinik gebracht wurde. Dort hat man mich solange behalten, bis das Schiff wieder ausgelaufen war. Die hatten wohl alle Mitleid mit dem kleinen Moses aus Germany. Mit dem Flugzeug bin ich dann zurück nach Hause. Allerdings, ein Nachspiel hatte die Geschichte doch. Ich musste mich auf Anordnung der SBG in einem Krankenhaus melden, wo mir der Blinddarm entfernt wurde.
Eines meiner gefährlichsten Erlebnisse: Meine Reise mit der Helma Entz von Bremen nach Japan. Im März des Jahres 1959 bewarb ich mich bei der Reederei Thomas Entz Tanker GmbH in Rendsburg um eine Heuer. Zwei Tage später hatte ich schon Bescheid. Ich sollte mich in Bremen auf der Werft Bremer Vulkan melden. Dort lag der Tanker T/T "Helma Entz", Baujahr 1958 auf der Werft HDW in Kiel gebaut und für damalige Verhältnisse sehr gut ausgestattet. Das Schiff war 170 Meter lang und 22 Meter breit und hatte eine Größe von 19300 tdw. Das Schiff hatte eine Turbinenleistung von 7600 WPS (Wellen PS) und fuhr eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 Knoten. Die Ladetanks fassten rund 928000 cbf. Zwei Tage brachte ich noch auf der Werft zu, wo das Schiff zur Garantieinspektion lag, bis das Schiff endlich auslief. Die Weser abwärts, vorbei an der Schiffsbegrüssungsanlage wo aus den Lautsprechern die Nationalhymne gespielt wurde und der Spruch ertönte, "Wir wünschen der "Helma Entz" eine gute Reise und glückliche Heimkehr". Dann ging es in die Nordsee mit Kurs auf den Persischer Golf. In der Biscaja bekamen wir den ersten Vorgeschmack auf die Seegängigkeit des Schiffes. Dort gerieten wir in den Ausläufer eines Orkanes mit Windstärke bis 11. Aber das Schiff meisterte das mit Bravour. Dann ging es durch die Strasse von Gibraltar Richtung Suezkanal. In Port Said angekommen ging die "Helma Entz" erstmal auf Reede. Dort wurde der Konvoi zusammengestellt. Im Suezkanal konnten sich größere Schiffe nur im großen Bittersee begegnen. Ein Konvoi wurde also in Port Said und der andere in Suez gebildet. Mit zwei Kollegen ließen wir uns an Land fahren, um Land und Leute ein wenig kennen zu lernen. Dazu hatten wir vier Stunden Zeit. Allerdings muss das mit der Konvoibildung doch etwas schneller gegangen sein, oder wir hatten die Zeit verschlafen, denn als wir wieder zurückkamen, war die "Helma Entz" schon unterwegs. Wir sahen gerade noch das Heck. Wir sind dann in ein Taxi gestiegen und immer neben dem Schiff hergefahren bis zum großen Bittersee, wo erstmal auf den entgegenkommenden Konvoi gewartet wurde. Die Taxifahrt kostete 50 $ und an Bord bekamen wir noch eine Strafe von 50 DM aufgebrummt. Nach etwa drei Stunden ging es endlich weiter Richtung Suez und weiter mit Kurs auf den Persische Golf, wo das Schiff eine Ladung Öl laden sollte. Nach 18 Stunden waren die Tanks gefüllt und die Reise begann Kurs auf Japan. In Singapur legten wir einen Zwischenstopp ein um zu bunkern. Ich musste dort zu Arzt, um mir eine Riesen-Schweinsbeule, die ich an der Wange hatte, aufschneiden zu lassen. Dann nach vier Stunden ging es weiter zum Zielhafen Yokkaichi in Japan. Und dann passierte das Unglück. Im Juli 1958 gegen 01:00 Uhr, ich hatte Seewache und stand am Ruder. Die Sicht war schlecht, Nebel mit einer Sichtweite von zehn bis zwanzig Meter. Mit einemmal tauchten an Steuerbord Positionslichter auf, die genau auf uns zukamen. Auch ein schnelles Rudermanöver nützte nichts mehr. Der japanische Frachter "Schofoku Maru", der aus dem 13 Seemeilen entfernten Hafen Yokkaichi kam, rammte uns auf Steuerbordseite in Höhe des Tanks 9. Es gab eine riesige Explosion in das Achterschiff der "Helma Entz" stand in Flammen. Der größte Teil der Besatzung sprang ins Wasser, um den Flammen zu entgehen, die unmittelbar nach dem Zusammenstoß haushoch in den Nachthimmel emporschossen. Die meisten Kollegen wurden von den Rettungsbooten der "Schofoku Maru" , der nur einen Riss am Bug davontrug, gerettet. Andere wurde von dem norwegischen Frachter "Ventura" und japanischen Küstenpatrouillenbooten und Fischerbooten gerettet. 17 Kollegen wurden an Land gebracht. 21 Besatzungsmitglieder darunter Kapitän Karl Töpfer blieben an Bord. Ich bin von einem japanischen Fischerboot aufgefischt worden und habe mich wieder an Bord bringen lassen. Wir konnten nach einem langen, hartem Kampf das Feuer unter Kontrolle bringen und total löschen. Die Maschine war beschädigt und auch die Ruderanlage funktionierte nicht mehr. Wir mussten das Schiff über die Rudermaschine steuern, was doch recht schwierig war. Am nächste Morgen kam ein Schlepper, der uns in den Hafen schleppen sollte. Aber leider war der zu klein und schaffte das nicht. Andere wagten sich nicht an das ausgebrannte Schiff heran, weil immer noch extreme Explosionsgefahr bestand. Endlich, nach zwei Tagen näherten sich zwei Schlepper, die es endlich schafften, uns in den Hafen zu schleppen. Wir hatten nichts zu essen, weil die Kombüse und auch die Vorratslager im Achterschiff lagen. Und die waren ausgebrannt wie auch unsere gesamte Habe. Allerdings, Getränke hatten wir genug, weil der Store Mittschiffs untergebracht war. Endlich, nach langer und mühseliger Schleppzeit, weil immer wieder die Schlepptrossen brachen, kamen wir in unseren Bestimmungshafen an. Unter größten Sicherheitsvorkehrungen wurde mit dem löschen der Ladung begonnen. Zwei Tage später wurde das Schiff in eine Werft geschleppt, wo mit einer langwierigen Reparatur begonnen wurde. Und jetzt die guten Seiten dieses Dramas: Die gesamte Besatzung wurde in einem Hotel untergebracht. Wir wurden von der Bevölkerung empfangen wie kleine Helden. Von der Versicherung bekamen wir für unsere verbrannten Klamotten eine Entschädigung. Junggrade, also vom Schiffsjungen bis zum Leichtmatrosen, jeweils 1000DM. Matrosen bekamen 2000DM. Verstanden habe ich diese Ungerechtigkeit nie, aber, so war es nun mal. Und 1000DM waren zu der Zeit auch viel Geld. Dafür sollten wir uns neu einkleiden. Aber, weil das Schiff für zwei Jahre an die Deutsche
Shell verchartert war und wir für diese Zeit auf der südlichen Halbkugel
eingesetzt waren, haben wir das mit der Kleidung nicht so ernst
genommen. Zwei Kakianzüge, ein paar Arbeitsklamotten und leichtes
Schuhwerk, das musste reichen. Allerdings gab es mit Schuhen einige
Probleme. Schuhgrößen über 40 gab es nicht. Wir waren mit fünf Mann, die
keine passenden Schuhe fanden. Es war jedes Mal ein kleiner Aufstand von
Schuhverkäuferinnen zu beobachten, wenn wir unsere Füße zeigte. Solche
Größen hatten sie noch nicht gesehen. Dazu muss gesagt werden, ich habe
Schuhgröße 46.
Der deutsch Konsul half uns weiter, indem er Schuhe aus
Tokio besorgte. Den Rest haben wir in die japanische
Alkoholindustrie, denke ich, gut angelegt.
Mit der Ernährung hatten wir nach einiger Zeit auch unsere Probleme. Es gab keine Kartoffeln. Wir hatten schon Schlitzaugen vom vielen Reis essen und einige liefen schon Gelb an. Aber nach einer Woche kam die Lösung. Unser Koch bekam eine Küche auf dem Werftgelände zugewiesen und ein deutscher Frachter der Reederei HAPAG, half uns mit einigen Zentnern aus. Wir haben in dieser Zeit viel von Japan gesehen. Die Reederei charterte jede Woche einmal Busse. Wir waren eingeladen zum Leichtathletik - Länderkampf Deutschland - Japan. Dort hatte ich eine Begegnung mit Martin Lauer. Wir sind die ganze Nacht durch die Kneipen gezogen. Nach acht Wochen war auch diese schöne Zeit zu Ende. Das Schiff war wieder fertig gestellt und verließen diese schöne Land mit einem lachendem und einem weinende Auge. An der Pier hatten sich auch einig junge Mädchen eingefunden, mit denen wir die meiste Zeit verbracht haben. Ich hab meine Freundin leider niemals wieder gesehen. Jetzt das Ende auf der "Helma Entz": Unsere Reise ging jetzt weiter in Richtung Borneo. Dort wurden wir mit Schweröl für Aruba beladen. Auf dieser Reise bekamen wir die Order, von Aruba zum Persischen Golf zu fahren um dort eine Ladung aufzunehmen für Rotterdam. Nach dem Unglück mit dem Schiff hatte sich Reederei gedacht, uns gegen den Tanker "Berta Entz", der jetzt auf diese Route fahren sollte, auszutauschen. Sie hatte es damit gut gemeint, weil doch einige Kameraden gerne wieder nach Hause wollten. Allerdings war ich davon nicht so sehr begeistert. Und das hatte seinen Grund. Wir fuhren also von Aruba (Niederländische Antillen) zum
Persischen Golf. Unterwegs gerieten wir in einen Taifun. Der hat wieder
eine Menge Schaden angerichtet. Das Schiff war wieder reif für die
Werft. Nach dem wir unsere Ladung aufgenommen hatten, ging es ab wieder
durch den Suez Richtung Europa. Im englischen Kanal hätte es uns
auf ein Haar die Fähre Dover - Calais erwischt. Ich stand bei dichtem
Nebel auf der Back zum Ausguck. Mit einem Mal hörte ich Motorengeräusche
aber zu sehen war nichts. Ich hab in den Lautsprecher gebrüllt "Schiff
an Backbord". Und dann bin ich nur noch gerannt. Zum Glück ging das
diesmal gut. Anfang Dezember liefen wir in Rotterdam ein. Es war
saukalt, denn ich hatte ja nur das leichte Zeug, das ich mit in Japan
gekauft hatte. Hier rächte sich die Investition in die japanische
Alkoholindustrie.
Ich bin dann auch abgemustert und mit dem Zug, der bei Seeleuten den Namen "Säuferexpress" hatte, nach Hause gefahren. Dann stand ich eine Woche vor Heilig Abend bei Muttern vor der Tür in Kakizeug und Sommerschuhen und einen kleinen Koffer. Auf die Frage meiner Mutter, wo denn der Rest meiner Habe sei, hab ich ihr erklärt, das sich alles in einem Schließfach auf dem Hauptbahnhof in Kiel befindet. Vierzehn Tage hatte ich jetzt Ruhe, bis Mutter immer wieder drängte, doch die Sachen zu holen, weil das doch sonst viel zu teuer wäre. Ich bin dann im Januar 1960 nach Hamburg gereist und in dem Seemannsheim an der Seewartenstrasse ein Zimmer genommen. Am folgendem Tag bin ich zur Heuerstelle und habe dort eine neue Heuer bekommen. Dafür musste ich nach Venezuela fliegen. An Bord des deutschen Tankers "Günther Russ" ist ein Kollege krank geworden. Ich bin dann eine Woche später auf den Tanker eingestiegen. Ein Erlebnis mit dem schwedischen Zoll: Auf einer Reise mit dem T/T "Günther Russ" von Aruba nach Göteborg (Schweden) hatte ich ein schlimmes Erlebnis mit dem schwedischen Zoll. Wie es damals bei Seeleuten so üblich war, "schmuggelte" auch ich ab und zu mal Zigaretten und Schnaps. Zigaretten war bei uns ein gängiges Zahlungsmittel. Die wurden in jedem Hafen der Welt als Währung bei den Händlern, die an Bord kamen, anerkannt. Spirituosen waren in den skandinavischen Ländern sehr begehrt. Wenn man bedenkt, das eine Flasche Sprit an Bord damals für 1,50DM zu haben war. In Skandinavien konnten wir für eine Flasche bis zu 50DM verlangen und bekamen sie auch. Wir waren kaum in der Dreimeilenzone, da kamen zwei große Zollboote auf uns zu und machten an Steuerbord längsseits fest. Die Listen für den Zoll waren schon fertig und ich hatte, wie es sich gehört, die Menge angegeben, die ich besitzen durfte. 100 Zigaretten und eine angebrochene Flasche Schnaps. Allerdings hatte ich "vergessen", zehn Stangen Zigaretten und fünf Flaschen Schnaps, anzugeben. Und dann kam das, was kommen musste. Ich stand am Ruder und kam nicht weg. Ich konnte ja schlecht dem Wachhabenden Offizier erzählen, das ich Schmuggelwahre habe und diese nicht versteckt war. Der Zoll kam mit der "schwarzen Gäng" an Bord. Das wahren größtenteils auch ehemalige Seeleute, die sich gut mit den einschlägigen Verstecken auskannten. Ungefähr eine Viertelstunde war vergangen, da kam die Order, der Matrose Schulz möge sich in seiner Kammer einfinden. Ich also mit hängenden Ohren runter von der Brücke Richtung meinem Wohnraum. Die Wohnräume für die Decksbesatzung lag auf Backbordseite. Dort angekommen traf ich auf einen Zollbeamten. Der hatte meinen Schrank geöffnet und stand nun siegessicher davor. Zum Glück war ein Bullauge auf. Der Beamte holte eine Stange und Flasche nach der anderen aus dem Schrank und stellte sie hinter sich auf den Tisch. Und ich nahm eine Stange und eine Flasche nach der anderen und warf sie aus dem Bullauge ins Wasser. Als der Zöllner sich umdrehte, war nichts mehr da. Das Schiff wahr in Fahrt und alles hatte die Ostsee verschlungen. Die Flaschen sind gleich untergegangen und die Zigaretten hat das Kielwasser den Rest gegeben. Ich hatte Angst, der Beamte bekäme einen Herzinfarkt, so hat der getobt. Ich wurde trotzdem im Hafen festgenommen und vor ein Schnellgericht gestellt. Ich wurde freigesprochen durfte aber zwei Jahre lang keinen schwedischen Boden betreten. Mein Erlebnis mit Mädchen und der schottischen Justiz: Auf einer Reise auf dem Bullcarier "Dora Fritzen" von
Monrovia ging es nach Dundee in Schottland. Abends sind wir mit vier
Kameraden an Land gegangen und haben dort auch ein paar Mädchen kennen
gelernt. Wir sind mit denen ein wenig durch die Kneipen gezogen und
haben uns gut amüsiert. Anschließend wollten die Girls auch noch mit an
Bord. Das haben wir natürlich gerne zur Kenntnis genommen. An Bord haben
wir dann mit den Mädels Karten gespielt.
Am nächsten Tag sind sie Abends wieder von Bord gegangen. Ich habe schon in meiner Koje gelegen und fest geschlafen, als ich plötzlich eine Hand auf meiner Schulter spürte. Ich hab die Augen aufgemacht und sah, das vor meiner Schlafstatt ein riesiger Kerl in Uniform stand. Er erklärte mir unmissverständlich, das ich aufstehen sollte. Weil aber in Schottland Nachts um zwölf die Geisterstunde herrschte, hab ich mich auf die Seite gedreht. Ich dachte, das wäre ein schlechter Traum. Das es sich aber nicht um diesen handelt, sollte ich sodann merken. Mit einem Mal stand ich auf den Beinen, weil der Bobby ein wenig unsanft nachgeholfen hat. Dann brachte er mich von Bord. Am Kai stand ein großer Polizeibus. Dort musste ich dann Platz nehmen. Da traf ich auch meine anderen drei Kollegen wieder. Keiner von uns wusste, was wir angestellt haben sollten. Das erfuhren wir dann am nächste Mittag. Wir wurden einer nach dem anderen vor ein Schnellgericht geführt und der Richter verurteilte uns zu jeweils 20 englische Pfund strafe. (Damals ein Pfund rund zwölf D-Mark). Eines der Mädchen hat zu Hause wohl Ärger mit den Eltern bekommen und erzählt, wir hätten sie gegen ihren Willen an Bord geschleppt. Der Kapitän war mit der Kasse erschienen und hat seine Seeleute ausgelöst. Nur ich hatte Pech. Als ich in den Raum geführt wurde und den Richter in seiner Robe und Perücke sah, bin ich in lautem Gelächter ausgebrochen. Der zeigte zur Tür und sagte "get out" Und das war's. Das hat er wohl als Missachtung des Gerichtes angesehen.
Ich wurde in ein kleines Gefängnis mit nur einer Zelle gebracht. Ein Beamter bewachte mich. Ich musste seiner Frau mit in der Küche helfen und fühlte mich da wie zu Hause. Nur nachts musste ich in der Zelle schlafen. Eine Woche später, das Schiff war schon lange wieder weg auf der Fahrt nach Bergen (Norwegen), da wurde ich zum zweitem Mal einem Richter vorgeführt. Anwesend war auch das Mädchen mit ihrer Mutter. Hier sagte sie dann die Wahrheit. Ich wurde also freigesprochen und bekam 50 Pfund Entschädigung und einen Flugticket nach Norwegen. Die Kollegen, die das Geld bezahlt hatten, bekamen es nicht wieder. Mein Erlebnis auf dem Dampfer "Almut" Der Dampfer "Almut", gebaut in den dreißiger Jahren, gehörte der Reederei Johannes Ick in Hamburg. Das war noch ein Schiff, das mit Kohle befeuert wurde. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei Wind von achtern bei sieben Knoten. Bei Windstärke acht von vorne lief sie zwei Meilen rückwärts. Die Reise von Kotka (Finnland), wo wir eine Decksladung Holz übernommen hatten, nach London dauerte achtzehn Tage. Im Winter, wenn die Gewässer vor Finnland zugefroren waren, gab es eine Menge Arbeit für die Eisbrecher. Da wurde ein Konvoi zusammengestellt und dann ging es los. Der Eisbrecher vorweg und die Schiffe hinterher. Immer wieder musste der Eisbrecher umkehren, um die "Almut", die es natürlich mit den modernen Schiffen nicht aufnehmen konnte, wieder neu frei zu brechen. Wie ein Terrier hetzte der hin und her. Am Ende nahm er uns dann doch auf den Haken und schleppte uns bis ins eisfreie Wasser. Es gab keine Rudermaschine. Die Ruderanlage wurde über Ketten zu einem Quadranten geführt. Bei schwerem Wetter war das schon eine Mordsarbeit, das Schiff auf Kurs zu halten. Die Kameradschaft auf dem Schiff war einmalig. Das Essen war gut, allerdings wurde uns Butter und Bohnenkaffe noch zugeteilt. Jeder hatte in der Messe ein kleines Schapp, wo das aufbewahrt wurde. Man hätte Gold reinlegen können, da kam nichts weg. Rostkloppen war auf der "Almut" verpönt. Ich habe es trotzdem mal versucht und genau beim Koch über der Kombüse mit einem normalen Rosthammer losgepickert. Das wurde auch sogleich vom Bootsmann bemerkt, der mir dann zeigte, wie es gemacht werden musste. Er holte einen Mokker (Vorschlaghammer) und legte los. Ein Schlag und noch einer und der Hammer verschwand und landete beim Koch auf dem Herd. Das Schiff wurde nur vom Rost zusammengehalten. Außenbords wurde nur mit einer Mischung von altem Maschinenöl und schwarzer Farbe gestrichen. Die "Almut" war ein richtiges Arbeitsschiff. Die Luken waren noch mit Lukendeckel , Scherstöcken und dazu vier Persenninge abgedeckt. Das Seeklarmachen dauerte in der Regel vier Stunden. Das war vor allem im Winter keine Arbeit für schwache Nerven. Uns lief so manches Mal das Blut unter den Fingernägeln hervor. Die Decksbesatzung bestand aus zwölf Mann. An Bord war ein Trimmer mit dem schönen Namen Ferdinand. Er war fünfundzwanzig Jahre alt. Das war ja nichts schlimmes, aber er hatte noch nie ein Mädchen gehabt. Da mussten wir uns ja was einfallen lassen, denn wir waren ja Kameraden und konnten das so nicht mit ansehen. Und wir hatten auch eine gute Idee. Ob sie auch für unseren Ferdinand gut war, darüber haben wir gar nicht nachgedacht. Eines Tages lagen wir in Kopenhagen. Ich bekam die schöne Aufgabe, mit Ferdinand an Land zu gehen. Ferdinand ging gerne ins Kino. Unterdessen besorgten andere Kameraden auf Nyhavn (Amüsiermeile in Kopenhagen) für Ferdinand ein Mädchen. So eine Frau hatte ich bis dato noch nicht gesehen. Als ich mit Ferdinand wieder zurück an Bord kam, ging er in seine Kabine und ich schloss von draußen ab. Und dann ging es los. Ein fürchterliches Geschrei kam aus der Kammer von Ferdinand. Das Mädchen hatte sich schon ausgezogen und es sich in Ferdinands Koje bequem gemacht. Draußen warteten die Kollegen auf das, was da kommen sollte. Dann war mit einem mal Ruhe. Wir dachten schon, die Dame hatte es geschafft. Aber dem war leider nicht so. Kollege Fernand war in voller Montur aus dem Bullauge ins Wasser gesprungen. Der Grund dafür war wohl das Mädchen gewesen. Als ich die zum ersten Mal zu Gesicht bekam, da konnte ich Ferdinand verstehen. Hier mal die Maße der Dame: Einmetersechzig groß und genau so breit. Wie sie diese Frau durch die Tür in Fernands Kammer bekommen haben, ist mir bis heute ein Rätsel. Jedenfalls hat Ferdinand seine Kammer bis zum Auslaufen des Schiffes nicht mehr betreten. Ich traf ihm später noch mal wieder. Da war er schon verheiratet und ein Kind war auch schon da. Über die Geschichte von Kopenhagen haben wir noch herzlich gelacht. Ich erinnere mich noch an eine Reise nach Archangelsk (ein russischer Hafen im Eismeer). Wir sollten von dort eine Ladung Schnittholz aufnehmen, das für Delfzijl in Holland bestimmt war. An Land wurde jedes einzelne Brett gezählt. Man nannte das Tallieren. Jeweils ein Besatzungsmitglied und eine Person von Land, ausschließlich Frauen, hatten diesen Job zu erfüllen. An der Gangway standen zwei russische Soldaten und passten auf, das keiner ohne Passierschein an oder von Bord ging. Zu der Zeit waren die Beatles gerade populär. In der Sowjetunion allerdings war diese Musik nicht zu haben. So bauten wir einen Lautsprecher an Deck auf und spielten zur Freude der Leute an Land den ganzen Tag Beatle-Musik. Die ganze Hafen und der Ort bestand aus Holz. Strassen und Häuser. In der gesamten Ortschaft herrschte auf den Strassen Rauchverbot. Dafür hatte man eigens Sandkisten angelegt, wo dieses Laster gefrönt werden konnte. Ich hatte natürlich dort auch ein Mädchen, eine Talliefrau. Allerdings durften wir nicht zusammen ausgehen. Wir haben das dann so gemacht, sie zehn Meter vor mir und ich wie ein Hund hinterher. Bei ihren Eltern wurde ich sehr gut aufgenommen. Mit dem Vater habe ich viele Gespräche über Politik und der wirtschaftlichen Lage geführt. Aber lange haben sie nie gedauert weil ich den Wodka nicht so gut vertragen habe. Nach dem dritten Wasserglas voll war denn auch Schluss mit Lustig. Er war es dann auch, der mich wieder an Bord brachte. Es gab damals eine Wirtschaftsflaute. Viele Schiffe lagen auf, weil es keine Ladung gab. So also auch die "Almut". Wir lagen in Kiel im Nordhafen fest. Eines Tages, ich hatte Bordwache, näherte sich ein Mann dem Schiff und machte Anstalten, die Gangway zu betreten. Ich hatte den ausdrücklichen Befehl, niemanden an Bord zu lassen. Also setzte ich diese Order um und jagte diese Gestalt wieder von Bord. Ich war der Meinung, es handele sich um einen Bettler. So war er auch angezogen. Er hatte einen alten, ehemals weißen Trenchcoat an und eine Baskenmütze auf dem Kopf. Von dem lauten Palaver aufgeschreckt kam der erste Offizier aus seiner Kammer. Als er den Mann bemerkte, der immer noch versuchte, das Schiff zu betreten, wurde er ganz blass und machte eine Verbeugung. Dann holte er den Herrn an Bord. Mir warf er einen Blick zu, der einen Ochsen hätte töten können. Wie sich später herausstellte handelte es sich um einen Herrn Arthur Sommer, den Reeder und Eigner dieses Schiffes. Ich wurde allerdings später von ihm gelobt, weil ich meinen Job so ernst genommen habe. Wir machten dann noch einige Reisen mit dem Schiff, bis es dann verschrottet wurde. Ich kann sagen, das keinem der Besatzung der Abschied von dem alten Dampfer leicht gefallen ist. Eine abenteuerlichen Reise nach Kuba. Im Sommer 1962 war ich als Matrose auf dem Frachtschiff "Diana" einer Flensburger Reederei beschäftigt. Die "Diana" war ein, für diese Zeit, modernes Stückgutschiff eingesetzt in der Trampfahrt Weltweit. Auf See bekamen wir die Order, eine Ladung Zucker in Havanna zu übernehmen. Die Fracht sollte nach Odessa gebracht werden. Das war die Zeit, als die Welt vor dem dritten Weltkrieg stand. Im
Sommer 1962 begann die Sowjetunion mit der Verschiffung von Raketen nach
Kuba, und Mitte Oktober entdeckten US-amerikanische Aufklärungsflugzeuge
die ersten sowjetischen Raketen auf der Insel. Auf der Reise kurz vor Kuba wurden wir Nachts von US-Flugzeugen im Tiefflug angeflogen, die feststellen wollten, unter welcher Flagge wir fuhren und was das Ziel unsere Reise war. Das Schiff musste voll beleuchtet sein und die Flagge musste gesetzt werden. Der Name des Schiffes am Heck wurde auch mit einem Sonnenbrenner beleuchtet. In Havanna wurde dann die Ladung übernommen und wir liefen aus mit Kurs auf Odessa. In Odessa angekommen wurden wir begrüßt wie die Helden. An der Pier stand ein Bus, der uns in ein Seemannsclub brachte. Dort angekommen gingen uns fast die Augen über. Da waren Frauen der ersten Kategorie angetreten. Die Tische waren mit den besten Leckereien gedeckt. Wir wussten überhaupt nicht, für was das alles gut sein sollte. Des Rätsels Lösung: Propaganda, wie sich später herausstellen sollte. Nach dem Essen wurde zum gemütlichen Teil übergegangen. Wir wurden an verschiedenen Tischen verteilt, natürlich mit den Mädels. Wir wurde nach unserer Erfahrung auf Kuba befragt und was wir wohl von Fidel Castro halten würden. Ich konnte natürlich wieder meine Klappe nicht halten. Auf meine Antwort, man müsste den Machthaber Kubas dafür zur Rechenschaft ziehen, war erstmal Schluss mit Lustig. Ich wurde in einen Raum geführt, wo mir dann unmissverständlich beigebracht wurde, das ich zurück an Bord gebracht werde. Mir wurde der Landgangsausweis abgenommen und ich durfte die gesamte Liegezeit nicht mehr an Land. Wie sich später herausstellen sollte, alle Frauen dort waren politische Leiterinnen. Wofür das gut war, das weis ich bis Heute nicht. Das kommt dabei Raus. Wir waren auf der Reise von London nach Rotterdam. Es war ein schöner Sommertag und wir waren gut drauf und deshalb ein wenig Leichtsinnig. Wir waren gerade fertig geworden mit "Farbewaschen" und Mittagessen. Wir haben schon bei der Arbeit rum gealbert und nach dem Essen ging das an Deck weiter, wie das bei jungen Menschen nun mal so ist. Ich bin damals als Bootsmann gefahren. An Bord war ein Matrose mit dem Namen Krause. Wir waren gute Freunde, sind wir doch schon auf einigen Schiffen zusammen gefahren. Ich stand an der Reling als der Matrose Krause auf mich zukam und mich soweit über die Reling beugte, bis ich merkte, das er mich nicht mehr halten konnte. Aber alleine wollte ich nun auch nicht Baden gehen und habe ein Bein zwischen den seinen gesteckt. So gingen wir beide über Bord. Was als Ulk gedacht war, das endete beinahe in eine Katastrophe. Ich habe gar nicht gewusst, das ein Schiff so schnell war. Es lief immerhin fünfzehn Meilen. Als ich aus dem Strudelwasser, welches die Schraube verursachte, wieder auftauchte, war das Schiff nur noch ein Punkt am Horizont. Ich tauchte auf und suchte nach meinen Kumpel. Der Trieb ungefähr Zehn Meter von mir entfernt. Ich bin dann zu ihm geschwommen und wie ich da ankam, war Krause schon wieder Verschwunden. Dann tauchte er wieder auf und ich griff zu. Er hatte einen Schock und erzählte mir, das er gar nicht Schwimmen kann. Ich habe dann erstmal versucht, ihm von seinen Stiefeln zu befreien, was mir auch gelang. Ich hatte meine liebe Mühe, ihm über Wasser zu halten. Unser Glück war, das gerade Wachwechsel war und der Rudergänger das Malheur beobachtet hat, als er auf die Brücke ging. Er hat sofort den Wachhabenden Offizier verständigt. Der leitete sofort das "Mann über Bord" Manöver ein. Es dauerte aber trotzdem noch gut eine halbe Stunde, bis das Schiff wieder bei uns wahr, eine Lotsentreppe runter lies. Ich schupste natürlich zuerst den Matrosen Krause an die Treppe. Der wahr mit den Nerven am Ende. Dann, ungefähr fünfzehn Minuten später war ich auch wieder an Bord. Das hätte verdammt ins Auge gehen können. Wir haben natürlich nicht erzählt, das dieses Malheur nur dadurch passiert ist, das wir die Gefahr unterschätzt haben, die bei so einem Blödsinn herauskommen kann. Ein blinder Passagier auf der "Dora Fritzen" Die "Dora Fritzen" wurde als Öltanker gebaut, später zum Bulkcarrier umgebaut. Wir luden in Monrovia Erz für Rotterdam. Als wir beladen waren, wurde Seeklar gemacht und wir liefen aus. Ich hatte Seewache. Nach vier Stunden war Wachwechsel und ich ging noch in die Messe um ein wenig abzuschalten und noch etwas zu Trinken. Eine halbe Stunde später bin ich dann in meine Kammer gegangen. Was mich dort erwartete, damit hätte ich im Leben nicht gerechnet. In meiner Kammer am Tisch fand ich einen Jungen im alter von vierzehn Jahren vor. Der schaute mich aus seinen großen Augen an und ich bin vor Schreck rückwärts auf den Gang gestolpert. Nach ein paar Minuten hatte ich mich berappelt und bin wieder in die Kammer gegangen um diese Geschichte erst einmal zu verdauen und mit dem Jungen zu sprechen. Wie sich herausstellte war er von zu Hause abgehauen und wollt nun die große weite Welt erleben. Papiere hatte er natürlich auch nicht. Ich musste diesen Geschichte jetzt den Kapitän melden. Ich bat einen Matrosen solange auf den Jungen aufzupassen und begab mich auf die Brücke, um den den Fall zu melden. Da war natürlich Panik. Aber der Kapitän war ein netter ältere Herr der schon andere Sachen erlebt und gemeistert hat. Mir wurde aufgetragen, den Jungen in die Offiziersmesse zu bringen. Das tat ich dann auch. Der Bengel heulte Rotz und Wasser. Er hatte natürlich Angst. Umkehren und nach Monrovia zurückzulaufen war jetzt zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht mehr drin. Den Jungen nach Rotterdam mitzunehmen hätte auch eine menge Ärger gemacht. Wir wussten aber, das sich die "Gertrud Fritzen" gerade auf der Reise nach Monrovia befand. Mit der wurde dann ein Treffen ausgemacht. Das konnte aber noch Tage dauern. In dieser Zeit an Bord wollte der Junge arbeiten und wir teilten ihm leichte Decksarbeiten zu. Ein netter kleiner Kerl, der alles, was wir ihm aufgetragen haben, sehr gut ausgeführt hat. Wir haben ihm richtig ins Herz geschlossen. Am liebsten hätten wir ihm an Bord behalten was aber nicht Möglich war, weil er keinerlei Papiere hatte. Ein paar Tage später trafen wir die "Gertrud Fritzen" und machten aus der Sache gleich ein Bootsmanöver. Der kleine Kerl wurde mit Geschenken überhäuft und dann gingen wir in ein Rettungsboot um ihm auf das andere Schiff überzusetzen. Der Abschied fiel uns allen schwer, hatten wir uns doch an den netten Bengel schon gewöhnt. Die Reederei Fritzen versprach nach einem Telefongespräch mit dem Kapitän, sich dafür einzusetzen, das der Junge nach der Ankunft in Monrovia Papiere bekommen sollte. Wenn das alles klappte, dann würde er auf einen der Fritzenschiffe, die oft in Monrovia Erz luden, angeheuert werden. Leider habe ich nichts mehr davon gehört, wie das dann ausgegangen ist. Ich hoffe und vermute, das es für den Jungen ein gutes Ende gefunden hat. Fortsetzung folgt !!
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Stand: 14.01.08